Alleinstellungsbehauptung
Unternehmer haben das nachvollziehbare Bedürfnis, die von ihnen angebotenen Ware- und Dienstleistungen im Rahmen der Werbung gegenüber potentiellen Kunden in einem guten Licht zu präsentieren. Problematisch wird es jedoch, wenn die Werbeaussage (häufig unbeabsichtigt) eine unzutreffende Alleinstellungsbehauptung (sog. Spitzenstellungswerbung, Superlativwerbung) enthält. Regelmäßig wird hierdurch der Tatbestand der “Irreführenden geschäftlichen Handlungen” verwirklicht. Die Werbung stellt mithin häufig einen abmahnfähigen Wettbewerbsverstoß dar (§ 5 UWG).
Werbeaussagen, die bereits Gegenstand von Abmahnungen waren:
- “Größtes Teppichhaus der Welt” (vgl. BGH GRUR 1985, 140)
- “Firma X bietet bessere Produkte” (vgl. BGH GRUR 1973, 78)
- “Die Nr. 1 auf dem Gebiet der (Spielzeug-) Autorennbahnen” (vgl. BGH GRUR 1992, 404)
- “Das große deutsche Wörterbuch” (vgl. BGH GRUR 1971, 365)
- “Der große Schuhmarkt Essen” (vgl. BGH GRUR 1983, 365)
- “Die große deutsche Tages- und Wirtschaftszeitung” (vgl. BGH GRUR 1998, 951)
- “Es gibt kein besseres Bier” (vgl. OLG Hamburg WRP 1977, 811)
- “Weit und breit nichts besseres” (vgl. OLG Düsseldorf WRP 1977, 26)
- “Wo wäre das Pelzunternehmen, das ein größeres Pelzangebot präsentiert … Nirgends in der Welt” (vgl. OLG Hamm GRUR 1979, 556)
- “Unschlagbar” (vgl. BGH GRUR 1975, 141)
- “Der Erfolgreiche” (vgl. OLG Frankfurt GRUR 1979, 325)
- “Deutsches Spitzenerzeugnis” (vgl. BGH GRUR 1961, 538)
- “Luxusklasse”
- “Luxusausführung”
- “Auslese” (vgl. OLG Hamburg GRUR 1977, 114)
- “Delikateß-”, “Extra”, “ff”, “Sonderklasse” (vgl. OLG Frankfurt GRUR 1985, 226)
- “Bayern Halbe” oder “Bayern Pils” (vgl. OLG München WRP 1996, 356)
- “In Sachen Dichtheit kann nichts und niemand dem Duktilen Gussrohr etwas vormachen” (vgl. OLG Köln WRP 1996, 1210)
- “Ihre Nr. 1 in Hamburg” (vgl. OLG Schleswig WRP 1996, 1223)
- “Berliner Rundfunk 91,4 – Die Nr. 1″ (vgl. KG Berlin ZUM 2000, 366)
- “der neue Marktführer” (vgl. OLG Zweibrücken NJW-RR 2002, 1066)
- “Der bessere Anschluss” (vgl. OLG Hamburg CR 2002, 268)
- “Tauschschule Dortmund” (vgl. OLG Hamm GRUR-RR 2003, 289)
- “Für die gründlichste Rasur” (vgl. OLG Hamburg GRUR-RR 2005, 286)
- etc.
Bei Werbung mit Superlativen, welche eine Spitzenstellung oder Alleinstellung nahe legen, empfehlen wir dringend diese zuvor anwaltlich überprüfen zu lassen.
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